Bilinguales Konzept

Leitfaden für das Bilinguale Konzept bei Lotta und Levi (Kindergarten und Krippe)

Erklärung und Definition:

Bilingual bedeutet übersetzt zweisprachig. Zwei Sprachen werden gleichermaßen gesprochen bzw. erlernt. Alltägliche Situationen, wie in unserem Fall, der Alltag in der Kita, wird von beiden Sprachen gleich stark begleitet, hier Englisch und Deutsch.

Der Unterschied zu einem Kindergarten mit punktuellen Sprachprojekten liegt darin, dass es nicht nur vereinzelt englischsprachige Angebote gibt oder nur zu bestimmten Tageszeiten oder Ritualen englisch gesprochen wird. Es reicht nicht aus, vereinzelt Kinder für maximal 30 min. pro Tag rauszunehmen, um ihnen bestimmte Sprachstrukturen nahe zu bringen. Bei einem bilingualen Konzept wird Englisch ein fester Bestandteil und somit wird die zweite Sprache spielerisch im Alltag etabliert. Dabei ist es besonders wichtig, dass die englischsprachige Fachkraft bemüht ist, so viele Alltagshandlungen wie möglich sprachlich zu begleiten, viele Wiederholungen zu verwenden und Spaß an der Sprache zu wecken.

Vor Allem für Kinder, die am Anfang des englischen Spracherwerbs stehen sollte die Fachkraft zusätzlich auch nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Bilder) miteinsetzen, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.

Zusammengefasst ist der Ablauf wie folgt: „One Person – one language“ (OPOL Methode). Eine Fachkraft spricht ausschließlich deutsch mit den Kindern und die Weitere spricht nur Englisch. Auch wenn die BetreuerInnen vor den Kindern miteinander kommunizieren sollten sie unbedingt bei ihren Sprachen bleiben, um Verwirrungen bei den Kindern zu vermeiden. Man nennt diese Art des bilingualen Konzeptes auch Immersionsverfahren oder immersive Methode. Kinder tauchen in ein Sprachbad ein und lernen die Sprache authentisch und in alltäglichen Zusammenhängen, ohne Druck, Stress und ohne sich dessen bewusst zu sein.

 

Kognitive Vorteile und Wissenschaftliche Erkenntnisse

Eine Reihe von Studien zeigt, dass Bilinguale Menschen in manchen kognitiven Tests besser abschneiden, als Menschen, die nur mit einer Sprache aufgewachsen sind. Eine renommierte Wissenschaftlerin (Ellen Bialystok) der York University war eine der Ersten, die diesen Effekt in Ihren Studien beobachtete. Die Hypothese lautet, dass Menschen die zwei Sprachen sprechen, bestimmte kognitive Fähigkeiten ständig trainieren. Weil bei ihnen unentwegt zwei Sprachsysteme im Gehirn aktiv sind müssen sie flexibel sein und je nach Situation das eine System unterdrücken und das Andere aktivieren. Das fördert im Allgemeinen auch die Fähigkeit Inputs gezielt auszuwählen oder zu unterdrücken und damit das eigene Verhalten besser zu kontrollieren.

Außerdem sind sich Wissenschaftler einig, dass Kinder am besten so früh wie möglich zwei oder mehrere Sprachen lernen. Daher ist es auch bei Babys bereits sinnvoll in zwei Sprachen mit Ihnen zu kommunizieren. So wird bei Ihnen der Teil im Gehirn aktiviert der für die Sprachentwicklung zuständig ist und fängt von Beginn an an zwei Sprachen zu unterscheiden, zu selektieren und zu verstehen. Gerade in den beginnenden Lebensjahren lernen Kinder unheimlich schnell und umfassend, da das Gehirn rund um die Uhr auf lernen und abspeichern programmiert ist.

Besonders wichtig ist es nur dabei Sprachmischungen zu vermeiden. Gemeint ist, dass die Bezugspersonen konsequent bei Ihren Sprachen bleiben. Es muss eine klare Struktur geben, damit die Kinder die beiden Sprachen deutlich voneinander unterscheiden können. Andernfalls führt es zu Missverständnissen bei den Kindern, welche sich negativ auf die Sprachentwicklung auswirken könnten und im schlimmsten Fall zu einem fehlerhaften und lückenhaften Abspeichern des Vokabulars in beiden Sprachen führen kann.

Ein weiterer positiver Effekt durch das zweisprachige Aufwachsen ist die Weltbildveranschaulichung. Zwei Sprachen bedeuten auch zwei Kulturen. Nicht nur, dass man durch Bilingualität eine bessere Verständigungsmöglichkeit hat, sondern automatisch zusätzliche kulturelle Einflüsse mitgegeben bekommt. Kommunikation ist weniger begrenzt und das Verständnis für andere Kulturen ist größer und offener.

 

Umsetzung in der Krippe

Wie bereits mehrmals erwähnt ist das Wichtigste Element bei einem bilingualen Konzept wie konsequent die Zweisprachigkeit angeboten wird. Zum einen muss die Zweitsprache möglichst allgegenwärtig sein, das bedeutet die englischsprachige Fachkraft muss kontinuierlich den ganzen Tag über mit den Kindern englisch sprechen. Das heißt, bereits die Begrüßung findet auf Englisch statt, der Morgenkreis sollte zweisprachig ablaufen usw. Der komplette Tagesablauf wird englisch begleitet.

Des Weiteren muss ein klarer Rahmen geschaffen werden, in welchem den Kindern absolut klar ist welche Fachkraft, welche Sprache spricht. Auch wenn die Kinder oder KollegInnen auf Deutsch antworten, die Fachkraft bleibt stets bei Ihrer Fremdsprache. Es ist unheimlich wichtig vieles zu veranschaulichen. Sei es durch Bilder, Bücher, Lieder, Körpersprache oder Mimik. Kinder lernen ganzheitlich mit allen Sinnen, dieses bietet ein großes Spektrum um die Verknüpfung zur Sprache herzustellen. Auch mit Babys in der Gruppe sollte die englischsprachige Fachkraft unbedingt englisch sprechen, da bei Babys das Sprachzentrum stets durch akustische Reize aktiviert wird. Sie erlernen so automatisch ein Verständnis in beiden Sprachen und wenn sie von diesem Konzept begleitet werden während sie sprechen lernen und darüber hinaus, können sie bereits in beiden Sprachen kommunizieren.

 

Umsetzung im Kindergarten

Genauso wie in der Krippe muss die englische Sprache durchgehend in den Alltag miteingebaut werden. Die Fachkräfte müssen genauso konsequent die beiden Sprachen trennen und gleichzeitig die Kinder parallel damit begleiten. Da die Kinder hier schon etwas älter sind und die Meisten sich sprachlich einwandfrei verständigen können sind die Fachkräfte noch mehr angehalten die Kinder zum sprechen der Fremdsprache zu ermutigen. Außerdem ist hier das Augenmerk noch mehr auf Aussprache, Satzbau und Grammatik gerichtet. Das heißt hier müssen viele Wiederholungen erfolgen. Darauf zu achten ist, dass man die Kinder durch die Verbesserungen nicht entmutigt oder sie gar Angst bekommen Fehler zu machen!

Beispiel:

Fachkraft: “Good morning XY, how are you feeling today?”

Kind: “Good morning, I good, me is happy!”

Fachkraft: “That was wrong! Say I AM good, I AM happy!”

Besser wäre :

Fachkraft: “You are doing good and you are happy? That is lovely to hear! Can you say it one more time with me- I am good and I am happy?”

Wenn das Kind den Satz wiederholt hat unbedingt nochmals loben z. B. „ Good job XY! Your English is getting so much better!“

 

Im Kindergarten besteht zusätzlich noch die Möglichkeit mit dem Jollyphonics Programm die Aussprache besser zu verankern und gleichzeitig spielerisch lesen zu lernen. Bei diesem Programm werden Buchstaben zusammen mit Bewegungen gelernt. Die Bewegung stellen gute Eselsbrücken da um das Alphabet spielerisch zu lernen. Hierzu gibt es aber nochmal eine eigene Erklärung.

 

Das Wichtigste ist IMMER, die Neugierde und Begeisterung der Kinder für die Sprache zu wecken. Dies gelingt viel mit Geduld, Einfühlungsvermögen, Wiederholungen aber natürlich auch durch Spiel und Spaß! Letzteres empfinden die Kinder als größere Motivation! Es muss eine Vertrauensbasis zur Fremdsprache geschaffen werden, das schafft die Fachkraft durch Herzlichkeit und wie man im Englischen so schön sagt „Open Arm“ aber die Fachkraft muss auch eine gewisse Ruhe, Selbstsicherheit und Selbstverständlichkeit in der Fremdsprache ausstrahlen. Dann gelingt es eventuelle Scheu und Ängste zu beseitigen.

In diesem Sinne

Enjoy and have fun! 😊

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